Spezialisierungen

Nach oben

Home
Angebote
Kontakt
Referenz
Spezialisierungen
Artikel
Buchtipps
Links
Haftung

Spezialisierungen - ein Statement

Es ist in letzter Zeit in Informationsdiensten, Broschüren usw. (auch in Kooperation  mit dem ÖBVP) zunehmend üblich, Spezialgebiete für PsychotherapeutInnen anzugeben. Aus einer ständig anwachsenden Zahl von Kategorien kann man sich dann drei bis fünf aussuchen. Ich halte das für eine Unsitte und scheint mir eine unnötige Anlehnung an das schulmedizinische System zu sein. Dieses Modell geht davon aus, dass es - auf Grund der Komplexität des Organismus - zielführend ist, diesen in einzelne Funktionsbereiche zu unterteilen. Dies widerspricht dem psychotherapeutischem Ansatz - besonders den Methoden die aus der Tradition der humanistischen Psychologie entwickelt wurden. Hier wird der Mensch als Ganzes gesehen: dort liegt die Störung, dort liegt das Entwicklungspotential! Symptome sind - nach diesem Verständnis - nur vielfältiger Ausdruck dieser Störungen.

Natürlich gibt es Bereiche, wo es Spezialausbildungen braucht (doch wer kontrolliert die Qualifikation?) oder wo einschlägige Erfahrung von Vorteil ist. Dies betrifft die Arbeit mit bestimmten Zielgruppen (wie etwa Kinder, Behinderte, schwer körperlich Kranke usw.) und bestimmte Problemstellungen (schwere akute Traumen, Psychosen, Autismus usw.). Auch ich gehe davon aus, dass über 20 Jahre Tätigkeit in der institutionellen Suchttherapie kein Hindernis für die Arbeit mit Abhängigen ist.

Absurd wird es, wenn Neurosen, Angststörungen, Depressionen, Beziehungsprobleme, Männer-/Frauenthemen oder gar Selbsterfahrung als Spezialgebiet genannt werden oder nicht, weil man seine fünf Rubriken bereits verbraucht hat. 

KollegInnen, die mit "Neurosen" nichts anfangen können haben eigentlich in der psychotherapeutischen Arbeit nichts verloren. Jede/r wird bestimmte Vorlieben, Abneigungen und bestimmte Kompetenzen haben - wo die nicht reichen, ist fachgerecht zu verweisen.

Ich persönlich mache mir in einem Vorgespräch ein Bild und treffe dann weitere Entscheidungen und möchte mich in keiner Weise auf Spezialgebiete einengen lassen.